Interview mit Blood Red Shoes:
Die Mühen waren nötig, weil wir zu bequem wurden.

In Interviewsby indiespect

Brighton’s Indie-Duo Blood Red Shoes meldet sich mit seinem fünften Album «Get Tragic» zurück. Es war in persönlicher und kreativer Hinsicht eine beschwerliche Reise für Laura-Mary Carter und Steven Ansell. Die zwei Musiker sprachen über die Schwierigkeiten und darüber, ihre Komfortzone zu verlassen, um eine neue Richtung einschlagen zu können.

Blood Red Shoes sind:

Laura-Mary Carter (Gesang, Gitarren)
Steven Ansell (Gesang, Schlagzeug)

Indiespect: Gestern habt ihr für euer Konzert in München spezielles Halloween-Make-Up aufgetragen. Ich habe gehört, dass ihr Schwierigkeiten hattet, es wieder vom Gesicht zu kriegen.

Laura-Mary Carter: Ja, wir hatten keinen richtigen Spiegel und wir haben dieses Fake-Blut benutzt, dass bei allen Flecken im Gesicht hinterliess. Bei mir ist es besonders schlimm, weil ich alles um meine Augen aufgetragen habe und ich dort nicht wirklich schrubben kann. Ich weiss nicht, wie lange es noch auf meinem Gesicht bleibt.

Indiespect: Was ist also euer Plan für das heutige Konzert? Werdet ihr euch wieder schminken?

Steven Ansell: Blutrote Augen.

Laura-Mary: Ich glaube, mit dem Blut habe ich für den Moment abgeschlossen.

Steven: Es ist wahrscheinlich nicht so clever noch mehr Make-Up aufzutragen, weil das Gesicht schon beschädigt ist.

Laura-Mary: Nein. Ich gehe zu Halloween als ich selbst (lacht)

Laura-Mary Carter und Steven Ansell von Blood Red Shoes.

Indiespect: In vielen Interviews zum Release des aktuellen Albums habt ihr über die schwierigen Zeiten gesprochen, die ihr vor und während der Arbeit an «Get Tragic» hattet. Ich will euch nicht wieder aufs Neue damit konfrontieren. Könnt ihr euch erinnern, wann es zum Wendepunkt kam? Wann hattet ihr zum ersten Mal das Gefühl, dass alles gut werden würde?

Steven: Ich habe das Gefühl Eye to Eye war ein wichtiger Wendepunkt. Als dieser Song Form annahm, machte es zum ersten Mal klick. Es klang nach uns, aber doch neu. Wir spürten die Energie des Songs und dachten: Das ist der Track, welcher den Klang unseres Albums definiert. Das ist unsere Richtung. Dies legte bei uns einen Schalter um. Was die anderen Dinge betrifft, weiss ich wirklich nicht. Aber im kreativen Aspekt war das ein wichtiger Wendepunkt.

Indiespect: Während der Arbeit am Album hattet ihr ein verrücktes Erlebnis in einer gemieteten Airbnb-Unterkunft in Wales. Könnt ihr mir darüber etwas erzählen?

Laura-Mary: Oh ja, das vergesse ich immer wieder.

– Steven lacht –

Steven: Es fühlt sich mittlerweile an, als wäre das schon sehr lange her. Wir kamen an diesen Ort und waren nicht einmal für 24 Stunden da. Fast das ganze Dorf erschien plötzlich bei uns und wir wurden von den Leuten mit den Worten geweckt: Wieso seit ihr hier? Verschwindet! Wir sagten darauf: unser Manager hat dieses Gebäude für uns gemietet. Wir liefen nach draussen, um unser Material in den Van zu laden und überall waren die Menschen vom Dorf, die einfach dastanden und uns anstarrten. Sie fragten sich, was diese Band hier in ihrem Dorf macht. Sie machten sich Sorgen, weil wir gegenüber einer Kirche waren. Sie sagten: Da drüben ist eine Kirche, ihr könnt hier keine Musik machen. Wir dachten okay… und hauten einfach ab. Es war wirklich gruselig.

Indiespect: Das klingt beinahe wie eine Szene aus einem Horrorfilm.

Steven: So fühlte es sich wirklich an.

Laura-Mary: Ja, es war echt unheimlich.

In diesem Moment dachte die Band noch, dass das Kunstblut als Schminke eine gute Idee sei.

Indiespect: Kurz nach diesem schrägen Vorfall hatte Laura einen Motorrad-Unfall. Ich habe gelesen, dass es die Art und Weise beeinflusst hat, wie das Album danach klang. Was war das best, dass du aus dieser schlechten Situation mitgenommen hast?

Laura-Mary: Ich hatte die Möglichkeit mehr zu singen. Ich habe nicht so viel auf den anderen Alben gesungen, zumindest nicht in der Art, wie ich es gerne wollte. Es gab mir die Möglichkeit meine Stimme zu erforschen, das war wirklich cool. Das veränderte den Klang des Albums und ich würde sagen, dass es das wichtigste war, das daraus resultierte. Zudem habe ich nicht so viel Gitarre gespielt.

Indiespect: «Get Tragic» ist ein ausgezeichnetes Album. Es fühlt sich wie ein Neustart für eure Band an.

Steven: Es fühlt sich wie eine Neuerfindung unserer selbst an. Und das brauchten wir.

Blood Red Shoes

Um Get Tragic auf die Bühne zu bringen, haben Blood Red Shoes zwei weitere Musiker mit sich auf der Bühne.

Indiespect: Der neue Klang und die benutzten Instrumente des Albums haben dazu geführt, dass ihr zwei weitere Musiker in euer Live-Line-Up aufgenommen habt. Hat das auch die Art und Weise beeinflusst, wie es sich auf Tour anfühlt?

Laura-Mary: Unsere Art auf Tour zu gehen hat sich nur in dem Aspekt verändert, dass wir jetzt mehr Leute im Van sind (lacht). Ist es das, was du meinst?

Indiespect: Ich habe gemeint, weil ihr früher immer nur zu zweit auf Tour gewesen seid.

Steven: Es verändert in gewisser Weise die musikalische Chemie. Aber es war nicht ein wahnsinnig grosser Schritt, weil wir noch immer mehr als die Hälfte des Sets zu zweit spielen. Mit mehr Musikern kannst du in mehr Stile eintauchen und verschiedene Stimmungen während des Auftritts auszuprobieren. Davor dachte ich: Oh, das wird so anders sein. Aber sobald wir damit anfingen, fühlte es sich ganz natürlich an.

Blood Red Shoes waren der Support-Act der Pixies auf deren aktueller Tour.

Indiespect: Ihr wart vor nicht allzu langer Zeit als Support von Pixies im X-TRA in Zürich.

Steven: Ja, das war vor ungefähr zwei Wochen.

Indiespect: Ich konnte nicht am Konzert teilnehmen, aber die Reviews sagten alle, wie toll ihr als Support-Act gewesen seid.

Laura-Mary: Oh, cool.

Steven: Das ist grossartig.

Indiespect: Wie hat es sich für euch angefühlt, vor einem Pixies-Publikum auf der Bühne zu stehen?

Laura-Mary: Es war wirklich gut. Wir hatten keine Ahnung wie es sein würde, aber die Leute haben richtig zugehört und der Applaus war sehr laut. Ich glaube, es hat ihnen wirklich gefallen. Wir waren echt überrascht, wie gut es lief.

Indiespect: Ihr seit schon oft in Zürich gewesen. Das erste Mal habe ich euch 2008 im Rohstofflager gesehen, als ihr ein Konzert zusammen mit The Subways gespielt habt.

Laura-Mary: Oh wow.

Steven: Lustigerweise habe ich gerade gestern davon gesprochen. Ich erinnere mich daran. Es war eine Show und es spielte auch noch eine amerikanische Band.

Indiespect: Die Band hiess glaube ich Blackmarket.

Steven: Ja, ich erinnere mich nur daran, dass sie Amerikaner waren und ich im Anschluss mit ihnen abgehangen bin und mich unterhalten habe.

Indiespect: Wisst ihr noch, wie diese spezielle Show zustande kam?

Laura-Mary: Oh, keine Ahnung. Das ist so lange her.

Steven: Ich habe überhaupt keine Idee, das ist elf Jahre her (lacht). Wahrscheinlich wollte ein Promoter eine Art Mini-Festival organisieren. Ich erinnere mich daran, dass es ein ziemlich grosser Event war und es sehr viele Leute hatte.

Laura-Mary: Macht ruhig weiter, ich bin gleich wieder da.

– Laura-Mary verlässt den Raum, um etwas an ihrem Verstärker zu prüfen –

Indiespect: Ein Grossteil eures aktuellen Albums habt ihr in L.A. geschrieben. Das Album davor habt ihr in Berlin gemacht. Wie habt ihr diese Städte ausgewählt? War es reiner Zufall?

Steven: Nein, es war kein Zufall. Irgendwie haben uns diese Orte angezogen. Wir haben Berlin immer geliebt. Es ist wirklich einfach dorthin zu gehen, sich einzurichten und zu spielen. Dort sagt dir niemand: Ihr seid zu laut, haltet die Klappe. Du kannst wirklich machen, was du möchtest. In L.A. ist es auch so. Dort spürt man ein wirkliches Freiheitsgefühl. Es ist einfach dort Dinge zu machen und es ist wirklich kreativ.

Blood Red Shoes

Blood Red Shoes auf der Bühne im Mascotte Club Zürich.

– Laura-Mary kommt zurück und hat ein Problem mit ihrem Effekt-Pedal. Es scheint noch nicht gelöst, also verlässt sie wieder den Raum –

Steven: Hmm… Wir sind so oft auf Tour und besuchen viele Orte. Davon gibt es manche, die etwas an sich haben, was dir das Gefühl gibt, dass du dorthin zurückkehren möchtest. Es ist ein spezielles Gefühl, das du bei den Leuten, dem Ort und der Grundhaltung spürst. Für mich ist es keine Überraschung, dass so viele Alben in L.A. oder in Berlin aufgenommen werden.

Indiespect: Ich habe das Gefühl, dass Bands oft ihre depressiveren Alben in Berlin, oder in Deutschland im Allgemeinen aufnehmen.

– Steven lacht –

Steven: Ja, ich verstehe das nicht. Für mich hat Berlin überhaupt nichts Depressives. Berlin ist ein sehr lebhafter Ort.

Indiespect: Zu welcher Jahreszeit wart ihr dort?

Steven: Wir waren für ein ganzes Jahr da. Wir erlebten also alle Jahreszeiten. Der Sommer war sehr heiss und der Winter eiskalt. Das ist super, weil du so den Wechsel spürst. Du hast das Gefühl wirklich auf dem Planeten zu sein. In L.A. dagegen gibt es kein Wetter. Es ist immer sonnig, jeden verdammten Tag. Und das ändert sich nie.

Indiespect: Während der Aufnahmen bist du ja wahrscheinlich sowieso immer drinnen.

Steven: Naja, eine andere Sache mit L.A. ist, dass du das eigentlich nicht bist. Unser Studio hatte riesige Fenster. Du konntest das Sonnenlicht sehen, was bei vielen Studios nicht möglich ist. Tatsächlich haben wir einmal die Gitarren draussen aufgenommen. Laura ging nach draussen und spielte Gitarre (lacht).

Blood Red Shoes

Blood Red Shoes bringen ihre Live-Energie nach Zürich.

Indiespect: Erinnerst du dich, bei welchem Song das war?

Steven: Ich glaube es war das Ende von Nearer. Es war so schön und Laura meinte: Ich gehe nach draussen. Wir drehten die Lautsprecher um und richteten sie nach draussen. Also machte sie alle ihre Gitarren-Takes draussen.

Indiespect: Auch wenn ihr im sonnigen L.A. wart, wurde das Album trotzdem ziemlich düster. Habt ihr die Texte davor schon geschrieben?

Steven: Nein, die Texte haben wir zusammen mit der Musik geschrieben, das meiste davon in Amerika. Wir haben also komischerweise tatsächlich ein depressives Album in L.A. und nicht in Berlin aufgenommen. Diese Platte ist weit depressiver als jene zuvor. Aber das entsprach dem, wo wir mental waren. Wir waren ziemlich verloren und litten als Individuen, als Band und daran, dass wir etwas anderes machen wollten. Es war wirklich unbequem und unerfreulich. Wenn du mit deiner Band in einer gewissen Weise vier Alben gemacht hast, weiss du was zu tun ist. Es wäre sehr einfach für uns gewesen, das ein weiteres Mal zu tun. Und das wäre wirklich langweilig gewesen. Dadurch, dass wir uns zwangen andere Sachen auszuprobieren, haben wir uns in diese unangenehme Situation gebracht. Du nimmst alles, was bequem und einfach ist sowie alles, was du magst. So machst du Musik und wirfst sie ständig weg. Wir haben so viele Dinge ausprobiert, die nicht gut genug waren. Es war ein konstanter Prozess des Versagens. Das war in kreativer Sicht ziemlich nervenaufreibend. Wir mussten etwas anderes versuchen, um den Funken des Neuen zu spüren. Aber als wir das taten, mochten wir es gar nicht. Das ist schwierig, das ist ein Kampf.

«Get Tragic» ist das fünfte Studioalbum von Blood Red Shoes. Es markiert einen Neustart für die Band aus Brighton.

Wir haben so viele Dinge ausprobiert, die nicht gut genug waren.
Es war ein konstanter Prozess des Versagens.

Steven Ansell, Blood Red Shoes

Indiespect: Ihr scheint das Album, das entstanden ist, dennoch zu mögen. Obwohl es in Verbindung mit so viel Ärger steht.

Steven: Die Songs, die es aufs Album geschafft haben, sind diejenigen, in die wir uns verliebt haben. Die Anstrengungen waren nötig, weil wir zu bequem wurden. Unser viertes Album ist cool, aber zu bequem. Ich höre darauf eine Band, die viel zu bequem geworden ist. Natürlich sehe ich alle Alben kritisch. Wenn du eines aufnimmst, machst du genau das, was du in diesem Moment fühlst. Sobald du es mit Abstand betrachtest, siehst du andere Dinge darin. Wir haben uns nicht wirklich angetrieben, weil wir machen konnten, was wir wollten. Es war das erste Mal, dass wir eine Platte ohne Produzent aufgenommen haben. Wir haben alles reingesteckt und ein Album nach unserem Geschmack gemacht. Das ist natürlich toll, aber es brachte uns nicht aus der Komfortzone. Wir haben nicht wirklich etwas Neues gelernt, abgesehen davon, dass wir gelernt haben, uns selbst aufzunehmen. Ich glaube wir mussten dieses Album machen, um bereit fürs nächste zu sein. Diese Bequemlichkeit will ich nie mehr haben. Ich möchte es ab jetzt immer unbequem haben. Auf diese Weise ist man viel kreativer.

Blood Red Shoes

Die Farbgebung von Get Tragic findet auch ihren Weg in die Live-Show.

Diese Bequemlichkeit will ich nie mehr haben.
Ich möchte es ab jetzt immer unbequem haben. Auf diese Weise ist man viel kreativer.

Steven Ansell, Blood Red Shoes

Indiespect: Hast du das Gefühl, dass diese ganze Erfahrung und der harte Weg, euch als Band stärker gemacht hat? Jetzt wo ihr wusstet, dass ihr in der Lage seid, eine solche Zeit zu überstehen?

Steven: Das hat es. In diesem letzten Abschnitt mussten wir uns entscheiden, aufzuhören und uns aufzulösen oder wir kommen zurück und haben rausgefunden, wie unsere Zukunft aussieht. Wir sind persönlich durch diese Zeit gekommen und haben gelernt, wie wir unser Geschäft machen möchten. In kreativer Hinsicht haben wir uns Türen zu mehr verschiedenen Möglichkeiten geöffnet. Jetzt bin ich mir unserer Zukunft sicher, in einer Art, in der ich es früher nicht war.

Indiespect: Was hast du gelernt, dass du nie wieder machen möchtest?

Steven: Etwas, dass ich nie wieder machen möchte? Hmm, ich weiss es nicht. Ich mag es nicht Sachen auszuschliessen. Ich mag es, viele Möglichkeiten zu haben.

Indiespect: Also hat es dich noch offener für andere Dinge gemacht?

Steven: Der ganze Prozess wurde offener. Wir haben mit unterschiedlichen Leuten bei verschiedenen Songs zusammengearbeitet. Wir sind offener für verschiedene Instrumente, das Schreiben auf verschiedene Arten und das Spielen mit anderen Menschen. Alles ist offener geworden.

Auf ihrem selbstbetitelten Album in 2014 hat sich die Band zum ersten Mal komplett selbst produziert.

Indiespect: In der Zeit, in der ihr mit Blood Red Shoes keine Musik gemacht habt, hast du Hip Hop produziert.

Steven: Ja! Ich mag Gitarrenmusik nicht wirklich. Sie hat angefangen, mich zu langweilen. Es sind immer dieselben Elemente und jeder möchte wie die Vergangenheit klingen. Ich höre Hip Hop und finde es wirklich einfallsreich, aufregend und ziemlich futuristisch. Auch R&B oder Neo Soul ist ziemlich interessant. Diese Musikrichtungen gehen Risiken ein. Es ist poppig aber es klingt intensiv und manchmal auch schockierend. Gitarrenmusik fühlt sich einfach ziemlich sicher an. Vieles, was mich inspiriert, kommt von ausserhalb dieser Musik. Wir versuchen unsere Band in eine Richtung ausserhalb dieser Ideen zu lenken.

Indiespect: Also wird Blood Red Shoes in einigen Jahren vielleicht komplett anders klingen?

Steven: Möglich. Wir sind beide sehr offen. Ich würde gerne ein Album machen, dass wie ein Film-Soundtrack mit einem Orchester klingt. Auch würde ich gerne ein abgefucktes Album im Stil von Nine Inch Nails manchen, wo du eine Band nimmst aber alle Klänge so modifizierst, dass sie synthetisch klingen. Ich mag den Klang von Dingen die verzerrt und von Technologie gebrochen wurden. Es gibt viele Möglichkeiten.

Ich mag Gitarrenmusik nicht wirklich. Sie hat angefangen, mich zu langweilen.

Steven Ansell, Blood Red Shoes

Indiespect: Dann würdet ihr für jeden eurer Stile eine eigene Fangemeinde haben.

Steven: Wer weiss schon, wie es die Fans aufnehmen würde? Du musst einfach deinen kreativen Instinkt folgen, ohne dir Sorgen darüber zu machen. Du weisst eh nie, was die Leute mögen und was nicht. Das ist unvorhersehbar. Du musst das machen, was dir entspricht und dann die Würfel rollen lassen. Dann siehst du, was die Leute sagen.

Indiespect: Wenn du sagst, dass dir die Gitarrenmusik nicht so gefällt, wer sind aktuell deine Lieblingskünstler?

Steven: Ich liebe das Album von Billie Eilish ausserordentlich, I finde es ist grossartig. Ich höre vieles von Tyler the Creator. Er ist wirklich spannend und mir gefällt seine Einstellung und seine Herangehensweise. Er ist witzig (lacht). Er hat einfach zu viele Ideen. Ich höre viele solcher Dinge.

Indiespect: Die Musikindustrie ist durch das Streaming schneller geworden. Arbeitet ihr auch schon an einem Nachfolger von «Get Tragic»?

Steven: Ein kleines bisschen. Während man auf Tour ist, ist es schwierig. Da hast du nicht so viel Zeit. Wir haben aber einige Idee. Wir haben fürs letzte Album vieles geschrieben, dass wir weggeworfen haben. Wenn du dir diese Sachen später wieder einmal anhörst, findest du manchmal kleine Schnipsel, die du behalten möchtest, um damit zu experimentieren. Eye to Eye entstand tatsächlich aus einem kleinen Ausschnitt von einem ganzen Song mit sechs anderen Abschnitten. Wir schrieben den Song, warfen ihn weg und ein Jahr später hörten wir ihn uns noch einmal an und dachten: Dieser Teil ist wirklich cool. Warum arbeiten wir damit nicht weiter? Jetzt würde man den Ursprung gar nicht mehr erkennen. Im Original waren es Gitarren-Akkorde, aus der wir die Bass-Spur entwickelt haben. Dann haben wir Synths hinzugefügt und den kompletten Groove, das Timing und die Stimmung verändert. Dieses Mal brauchen wir sicher nicht so lange. Ich möchte so schnell wie möglich etwas veröffentlich. Und ich möchte es in kurzer Zeit machen, weil das letzte Album so lange gebraucht hat. Wir quälten uns investierten so viel Zeit. Jetzt möchte ich das Gegenteil versuchen, wo wir sagen, dass wir drei Wochen haben und dann alles gemacht sein muss.