EP-Tipp:
Sam Himself – Slow Drugs

In Album-Tipps, Spektrum by indiespect

Thees Uhlmann
  1. Slow Drugs
  2. Like a Friend
  3. Take Me Bad
  4. Maybe Allison
  5. Someday You’ll Be the Fool and You’ll Know What It’s Like

Künstler: Sam Himself

EP-Titel: Slow Drugs

VÖ: 29.05.2020

Man spürt die Funken eines Feuers sprühen, das eine warme Sommernacht erhellt, sobald die Stimme von Sam Himself erklingt. Die Wärme und Tiefe seines Gesangs ist für das Grundgefühl der EP «Slow Drugs» verantwortlich. Die fünf Stücke sind melancholisch und anschmiegsam zugleich.

«Slow Drugs» – international und lokal verankert

Derzeit lebt Sam in seiner Heimatstadt Basel, da er zum Zeitpunkt des Corona-Lockdowns mit der Sängerin Anna Rossinelli auf Tour war. Normalerweise ist der Musiker jedoch in seiner Wahlheimat Brooklyn zuhause. Diese Internationalität spürt man nicht nur in seiner Musik, sondern auch an den daran beteiligten Protagonisten. So arbeitet Sam Himself für Slow Drugs unter anderem mit dem Produzenten David Schlett, welcher auch an zahlreichen Platten der amerikanischen Indie-Band The War On Drugs mitwirkte. Zudem sind Zudem sind Josh Werner (Bass – Iggy Pop) und Parker Kindred (Schlagzeug – Jeff Buckley) mit von der Partie. Da wirkt es im ersten Moment verwirrend, wenn Sam Himself im Musikvideo zur Single Like a Friend durch die Langstrasse tanzt und sich auf dem Tresen des Club Zukunft in Pose wirft oder die Olé Olé Bar für sich einnimmt.

Die Mixtur von Sam Himself

Die visuelle Untermalung der Musik verleiht dem Gefühl, das sie auslöst, gar noch Nachdruck. Man kann den frühen Morgen förmlich spüren, der einem nach einer langen Partynacht um die Nase weht. Es breitet sich langsam eine Mischung aus Melancholie und Erhabenheit aus. Man fühlt sich schwer und federleicht zugleich. Alles an der Musik von Sam Himself transportiert die Art von Nachdenklichkeit, in die man gerne eintaucht und die sich nur durch spezielle Empfindungen auslösen lässt.

When the wheel comes down
I need you to tell me
When the light goes out
Look at me and tell me
Like a friend Like a Friend, Sam Himself

Für das Musikvideo zu Slow Drugs verschlug es den Musiker in die Walliser Alpen, ein riesiger Kontrast zum urbanen Leben in Zürich. Die starken Farben und Bilder passen so wunderbar zum Song, dass man sie vor dem inneren Auge vorbeiziehen sieht,  sobald man sich den Track anhört, nachdem man das Video zum ersten Mal gesehen hat.

Fazit

Wer sich wieder einmal auf eine Gedankenreise machen möchte, sollte sich die fünf Songs der EP Slow Drugs anhören. Diese sind zwar zu schnell vorbei, doch auch in Dauerschleife begleiten sie einen gut durch den Tag. Unaufgeregt und mit sanfter Zurückhaltung umhüllt einen die Musik von Sam Himself mit einer wärmenden Klangdecke.

Künstler-Website

Titelbild: ©Annie Forrest